Toller Empfang am Stausee: RKV feiert Weltmeister Enrico Dietz
Am vergangenen Samstag, den 11.07.2026 gab es an unserem RKV-Vereinsheim in Niederhausen einen ganz besonderen Anlass zum Feiern: Mit großem Applaus und viel Stolz durften wir unseren frischgebackenen U23-Weltmeister im Kanucross Individuell TT, Enrico Dietz, nach seinem Erfolg wieder in der Heimat in Empfang nehmen.
Wenige Tage zuvor hatte Enrico im polnischen Krakau in einem extrem knappen Rennen die Goldmedaille gewonnen. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,03 Sekunden sicherte er sich im Finale den Weltmeistertitel.
Umso größer war die Freude, diesen herausragenden Erfolg nun gemeinsam am Stausee zu feiern. Zahlreiche Vereinsmitglieder, langjährige Weggefährten, Freunde sowie Ehrengäste waren vor Ort, um Enrico einen gebührenden Empfang zu bereiten.
In den anschließenden Ansprachen wurde die enorme Leistung des jungen Sportlers von verschiedenen Seiten gewürdigt.
Unser 1. Vorsitzender Harald Dietrich brachte es bei seiner Begrüßung perfekt auf den Punkt: Was unser erst 20-jähriger Ausnahmeathlet in den letzten Jahren aufs Wasser gebracht hat, ist das Resultat von eisernem Willen und harter Arbeit. Ob im Kanadier, im Einer-Kajak oder in der rasanten Cross-Disziplin – Enrico gehört mit zu den vielseitigsten Kanuten im Leistungsbereich. Doch Spitzensport auf diesem Level ist niemals ein reines Soloprojekt. Das wurde besonders deutlich, als Enricos Vater und Betreuer, Steffen Dietz, das Wort ergriff. In einer sehr emotionalen Ansprache nahm er uns mit auf die Reise von den ersten Paddelschlägen über die U18-Zeit bis hin zum Weltmeistertitel. Er sprach dabei aber auch offen die enormen Hürden an: Eine Saison auf internationalem Top-Niveau verschlingt gut und gerne 20.000 Euro. Ohne ein starkes Netz aus verlässlichen Sponsoren im Hintergrund, engagierten Trainern und der Familie ist Leistungssport auf diesem Niveau kaum machbar. Ihnen galt an diesem Tag daher ebenfalls ein ausdrücklich großer Dank.
Selbst Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ließ es sich nicht nehmen, persönlich vorbei zu kommen. Sie würdigte in ihrer Rede Enricos herausragende sportliche Leistung und empfahl Enrico als Vorbild für andere junge Menschen, ebenfalls Sport zu treiben. Auch Landrätin Bettina Dickes schloss sich den Glückwünschen an und hob lobend hervor, welch großartiges Aushängeschild Enrico für den gesamten Landkreis und unsere Region ist.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte das Grußwort von Ursula Schmidt. Ihr Sohn Thomas Schmidt holte im Jahr 2000 in Sydney die olympische Goldmedaille für Deutschland und unseren RKV. Sie schilderte sehr eindrücklich, dass sie aus eigener Erfahrung genau weiß, was ein solcher Erfolg für den Sportler und sein familiäres Umfeld bedeutet, und schlug damit eine wunderbare Brücke zwischen den historischen und den aktuellen Erfolgen unseres Vereins.
Zum ausführlichen Beitrag auf nahe-news.de (Externer Link)
(Fotos im Beitrag mit freundlicher Genehmigung von: NaheNews - Markus Wolf)
RKV Bad Kreuznach in Südfrankreich: Traumhafte Paddeltage an der Ardèche
Auch in diesem Jahr zog es unseren Verein wieder in die Ferne. Mit einer starken Truppe von 20 Personen machten wir uns Ende Mai für 9 Tage auf den Weg ins südfranzösische Vallon-Pont-d'Arc. Unser Basecamp war ein wunderschön ruhiger Campingplatz direkt am Ufer der Ardèche – der perfekte Ausgangspunkt für unsere Abenteuer.
Das Wetter hätte für einen Südfrankreich-Trip kaum besser sein können: Wir durften uns über herrliches, frühsommerliches Wetter mit strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen freuen. Perfekte Bedingungen also, um viel Zeit auf und im Wasser zu verbringen. Einziger Wermutstropfen der trockenen und warmen Witterung: Der Wasserstand der Ardèche war relativ niedrig. Das führte leider dazu, dass wir die künstliche Slalomstrecke, die sich eigentlich direkt an unserem Campingplatz befand, nicht nutzen konnten. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch, denn unser Ausflugsprogramm hatte es in sich!
Unsere erste gemeinsame Paddeltour führte uns vom Städtchen Ruoms flussabwärts zurück zu unserem Campingplatz. Dieser Abschnitt bietet eine tolle Mischung aus landschaftlicher Schönheit und echtem Paddel-Spaß. Das Highlight: Auf der Strecke galt es, gleich fünf Wehre zu überwinden. Statt mühsamem Umtragen konnten wir hier die extra für Kanuten angelegten Glissières (Bootsrutschen) nutzen – eine spaßige Angelegenheit, die bei allen für die nötige Abkühlung sorgte.
Paddeln und Baden vor einer Monumental-Kulisse: Der Pont d'Arc
Eine etwas kürzere, aber optisch unschlagbare Tour führte uns vom Campingplatz zum berühmten Pont d'Arc. Dieser gigantische, natürliche Kalksteinbogen ist sagenhafte 54 Meter hoch und 60 Meter breit. Er wurde über Jahrtausende vom Fluss aus dem Gestein gewaschen und bildet das majestätische Eingangstor zur großen Schlucht. Wir ließen es uns nicht nehmen, unsere Boote direkt unter diesem Naturwunder durchzusteuern und die Zeit für ein ausgiebiges Bad vor dieser traumhaften Kulisse zu nutzen.
Wer an die Ardèche reist, kommt um die Gorges de l'Ardèche nicht herum. Diese 36 Kilometer lange Tour führte uns mitten durch das streng geschützte Naturreservat was direkt hinter dem Pont d'Arc beginnt. Die Schlucht wird völlig zu Recht oft als der "Grand Canyon Europas" bezeichnet. Wir paddelten durch eine wilde, unberührte Landschaft, vorbei an bis zu 300 Meter hoch aufragenden, steilen Kalksteinklippen. Eine konditionell anspruchsvolle, aber tief beeindruckende Tour, die uns die ganze Kraft und Schönheit der Natur spüren ließ.
Kultur-Ausflug: Auf den Spuren der Päpste in Avignon
Um auch abseits des Wassers etwas zu erleben, unternahm ein Teil unserer Gruppe einen Ausflug ins nahegelegene Avignon. Die geschichtsträchtige Stadt an der Rhône ist ein echtes Highlight und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Gruppe schlenderte durch die historischen Gassen, bestaunte den imposanten Palais des Papes (den größten gotischen Palast der Welt!) und warf natürlich auch einen Blick auf die legendäre Brücke Pont d'Avignon (Pont Saint-Bénézet), die als malerische Ruine in den Fluss ragt.
Trotzen dem Dauerregen: Unsere Wildwasserfahrt nach Lofer
- Enrico Dietz aktuell auf Platz 2 beim Deutschland-Cup 2026 -
Vom 14. bis zum 17. Mai 2026 (über das verlängerte Christi-Himmelfahrt-Wochenende) zog es 17 unerschrockene Mitglieder unseres Vereins ins malerische Salzburger Land. Unser Ziel: die Saalach bei Lofer! Als Basislager diente uns der wunderschöne Campingplatz Grubhof in St. Martin, wo wir uns mit einer bunten Mischung aus Zelten und Wohnwägen häuslich einrichteten.
Leider meinte es der Wettergott in diesem Jahr so gar nicht gut mit uns. Statt Frühlingssonne erwarteten uns empfindlich kalte Temperaturen und ein beständiger Dauerregen, der aber immerhin die sehr niedrigen Pegelstände der Saalach etwas nach oben trieb. Doch echte Kanuten lassen sich von ein bisschen Wasser von oben natürlich nicht den Spaß am Wasser von unten verderben!
Trotz des Wetters wagten sich einige unserer Paddler aufs Wasser und nahmen zwei tolle Wildwasserstrecken auf der Saalach unter den Kiel:
Zum "Einpaddeln" und Gewöhnen an die Temperaturen ging es auf eine kurze Tour vom Wehr bei St. Martin direkt bis zu unserem Ausstieg am Campingplatz.
Als größeres Projekt stand dann die landschaftlich reizvolle Strecke von Au bis Unken gleich zweimal auf dem Programm. Diese Tour bot bei dem niedrigen Wasserstand herrliches Wildwasser mit spannenden und wuchtigen Stellen bis zum Schwierigkeitsgrad WW III. Eine echte Herausforderung und Belohnung für alle, die der Kälte getrotzt hatten - insbesondere für die Gruppe unserer Wildwasser-Anfänger die unter fachkundiger Anleitung die Strecke super gemeistert haben!
Ein weiteres echtes Highlight des Wochenendes war der Deutschland-Cup im Kanuslalom (Rennen 1 bis 4), der zeitgleich auf der bekannten und anspruchsvollen Slalomstrecke in Lofer ausgetragen wurde. Mit dabei: Unser Vereinsmitglied Enrico Dietz! Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die Gelegenheit zu nutzen und Enrico an der Strecke lautstark anzufeuern. Der Support aus den eigenen Reihen hat sich definitiv gelohnt, denn Enrico zeigte eine extrem starke Performance und belohnte sich am Ende mit einem sehr guten 2. Platz in der aktuellen Gesamtwertung des D-Cup in dem stark besetzten Teilnehmerfeld. Herzlichen Glückwunsch nochmal an dieser Stelle!
Hier geht es zum aktuellen Zwischenstand des D-Cup (Externer Link)
Hier die Ergebnisse der einzelnen Rennen (Externer Link)
Aber auch abseits des Flusses kam keine Langeweile auf. Obwohl das Wetter alles andere als einladend war, ließen sich die mitgereisten Kinder die Laune nicht verderben und hatten eine wunderbare Zeit auf dem Campingplatz und in der Umgebung. Das lange Himmelfahrts-Wochenende wurde abseits des Wassers außerdem für ausgedehnte Fahrradtouren und kleine alpine Wandereinlagen genutzt.
Fazit: Viel Regen, kalte Finger, aber noch mehr Zusammenhalt und tolle sportliche Erlebnisse und Ergebnisse. Lofer 2026 war nass, aber definitiv wieder eine Reise wert – dann aber sehr gerne mit etwas mehr Sonnenschein!